Monatliche Vierzeilersammlung Ausgabe 1


 Für alle, die ein bisschen den Überblick verloren haben, ist dies ein ideales komprimiertes Tagebuch.
Ansonsten ist es einfach ein Haufen Vierzeiler. Wenn ihr nachvollziehbarerweise keine Lust habt, 30 Quatrains am Stück zu lesen, gebe ich euch den Rat: Gönnt euch einfach täglich in der Kaffeepause, nach dem Aufstehen, beim Kacken, einfach zwischendurch, wenn ihr Muße habt immer wieder ein paar Verse. Manchmal fällt ein Werk etwas aus dem topic, wundert euch nicht, ihr wisst ja, manchmal springen meine Gedanken ein wenig.

Cheers!


18.09.2013
Das Hostel ist kahl
Das Hostel ist grau
Uns doch egal
Hauptsache wir sind blau

19.09.2013
Sex im Hochbett neben mir
Ach was gäb ich für ein Bier
Weniger als ich müsste
Geld > Gelüste

20.09.2013
Der Materialismus ist zurück
Aldi du beglückst
Mich mit deinen Preisen jedes Mal
Discounter meiner Wahl

21.09.2013
Hunderte Chinesen in der Küche
Produzieren exotische Gerüche
Sie kochen Hund und kochen Pferd
Kitchengossip im Zimmer direkt neben dem Herd

22.09.2013
Campusparty Campusparty
Bourbon, Cider, Tequila so teuer als sei eine Schampusparty
Das erste Mal Alk im Lande
Durchschnorren ist keine Schande

23.09.2013
Wundervoller Hängertag wir sind Outlaws und wir stinken,
Das perfekte Beispiel dafür was mit Leuten passiert, wenn sie zu viel trinken.
Endlich mal mehr als Alltag, nichts kann uns heute stressen.
Reisepläne, Jobsuche alles ist vergessen.

24.09.2013
Wieder ein ruhiger Tag auf Arbeit keine Lust
Vielleicht auch eher Suchfrust
Entfaltet sich jedoch im Drang zu schreiben
So kann es bleiben

25.09.2013
Nennt uns spontan oder planlos
Auf jeden Fall mittlerweile ziemlich schamlos
Verroht im Schwebezustand
Wir haben keine Idee oder 1000 wos hingehn soll in diesem Land

 26.09.2013
Ich fühl mich heut so Down Under.
Mein Leben spielt Didgeridoo.
Schlurfen in die Schaufenster blickend umher wie Straßenkinder.
Was machst du so?

 27.09.2013
Tapetenwechsel solln ja positive Wirkung zeigen
Neue Wand: Grelle Farbe
Jetzt immer in den achten Stock hochsteigen
Draußen ist ne Parade

28.09.2013
Happy Birthday to you
Vegemite am Schuh
Kinnhaken von nem Känguru
Schubidubidu

29.09.2013
Farmarbeit Farmarbeit
Die Zeit verstreicht schnell
Es ist nicht lange hell
Wo wohl der Sommer bleibt

30.09.2013
Das Essen super, nicht nur supper
Fühlt sich ein wenig an hier als wohnten wir mit Mama und Papa
Ich motorsens mich glücklich
Bitte nennt mich verrückt nicht

01.10.2013
Farmarbeitblessuren
Entzug für Facebookhuren
Ruhigen schieben, rumsinnieren
Mütze Schlaf, Kopf rasieren

02.10.2013
Ruhetag, was soll man dazu sagen
Wir lassen sie wuchern, all die Pflanzenplagen
Abendbier fühlt sich dennoch verdient an
Wie schlauchend doch Zeitverschwendung sein kann

03.10.2013
Farmoklauf, 1000 Pflanzen gehen zu Grunde
Noch nie so hart hier gearbeitet, noch nie so viel Lunch in unsrem Munde
Feels like rebooting
Danach Photoshooting

04.10.2013
Hätte nicht gedacht, dass ich meine Gitarre jemals so vermisse
Die hiesige fürs Liederschreiben benutzen zu dürfen, jeden Tag ein Wunder
Typisch australisch grillen – ohne Kompromisse -
Und tiefgründige Gespräche machen den Abend runder

05.10.2013
Waldspaziergang mit Folgen:
Schöne Photos.
Zeilen und Noten folgen.
Lied fertig in drei Tagen was ist denn da los?

06.10.2013
Gartenprojekt durchgezogen ganz unaufgebauscht,
Künstlerfreunden bei Lasagne gelauscht,
Den Sonntag mit Albernheit zelebriert,
Und viele Pancakes geschmiert.

07.10.2013
Pflanzen spielen Phoenix aus der Asche,
Leon ist schlecht drauf,
Ich ziehe alte Partybilder aus der digitalen Tasche ,
Wir sind wieder oben auf.

08.10.2013
Die Freuden des Alltags sind Obst und Gemüse,
Toasts herzhaft oder voll Süße,
Kaffee,
Tee mit Gin oder au lait.

09.10.2013
Ich tanz Drum and Base auf der Empore.
Das Lied gefällt immernoch – Folklore.
Ein Text in Arbeit über der Deutschen Freudenquellen,
Durchtrieben von multiplen Einfällen.

10.10.2013
Hab das Gefühl wir sind nur noch am rumspasten.
Vielleicht liegts an den 100 Grad in unserem Wäschetrocknerbrutkasten,
Dennoch nach Hause telefoniert,
Und die nächsten Planungsschritte absolviert.

11.10.2013
Video im Kasten
Morgen heißt es rasten
Von was denn?
Die Arbeiten beschrieb ich niemals als Lasten

12.10.2013
Mies auf nem Bluesfestival gechillt
Auf der Fahrt fast einen Wombat gekillt
Indisches Essen
Hotspotinteressen

13.10.2013
Bisschen unausgeglichen sein
Bisschen rumschrein
Bisschen auf den Boden schmeißen
Bisschen Möbel umreißen

14.10.2013
Bis jetzt miesester Tag hier.
Das Wetter ist schuld.
Ich will mein Feierabendbier!
Es schwinden Eifer und Geduld.

15.10.2013
Arbeit geht leichter von der Hand.
Umzug in einen anderen Quader aus Wand,
Denn die Newcomerband ist ja nun da.
Hurra Hurra!

16.10.2013
Die Klänge von „Sweets“ begleiten unser Schaffen,
Wir albern rum mit Gartenwerkzeugwaffen.
Immer am Rande von kreativer Krise und Krankheit,
Ich bin für dir nächste Etappe bereit.

17.10.2013
Ich Collaboration, du Resistance
Streiten können wir par Exellence
Haben wir denn keine Chance
Auf einen ruhigen Urlaub in der Provance?

18.10.2013
Max Ryan & Where Were You at Lunch spielen.
Melbourne arty scene: Ein Hauskonzert von Vielen
Fünfzig Menschen kuscheln im Wohnzimmer.
Wundervolles Buffet ohne tierische Produkte – na klar.


All by Georg Gläser

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