Wasted in Ballarat

Wir fassten more or less spontan den Plan
unsere Exaustauschschüler Anthony und Thomas, welche in der nächsten großen Stadt, Ballarat, studieren, zu besuchen, denn letzterer hatte Geburtstag. Ich zog mir also tatsächlich ein Hemd an, nachdem ich es aus den Tiefen meines Rucksacks geangelt hatte und wir stiegen quasi ohne Gepäck und noch weniger Plan in die Bahn und fuhren los. Bereits auf der anderthalbstündigen Zugfahrt sahen wir die ersten Kängurus - endlich-.
Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist schön.
Nach einem klassischen Bahnhofswiedersehen wurden wir in einem Auto, Baujahr 1988, zur Uni gefahren. Diese muss man sich architektonisch vorstellen wie man sie aus American Pie, Roadtrip, Eurotrip und eben allen Collegefilmen so kennt. Alles ist sehr funktional, die Studenten wohnen in Einheiten auf dem Campus und scheinen sehr viel Freizeit zu haben. Jetzt im Moment sind Ferien, aber wir wagten auch einen Blick auf die Stundenpläne, welche uns ein schmunzelndes "Süzz." entlockten (Ich meine, im Ernst: höchstens 4 Zeitstunden Schule am Tag, wie soll man da denn was lernen?). Das College liegt etwas außerhalb, sodass es keine Seltenheit ist dort umherspringenden Kängurus zu begegnen, wie wir direkt bei unserer Ankunft feststellten.

Was macht man also auf sonem Campus, wenn ein Mensch ein Jahr älter wird in den Ferien?
Ihr anht es.
Und so machten wir uns auf in den Supermarkt, kauften Kuchen und Saft und einen rosa Lampignon. Achjaaa und Alkohol. Einen uns unbekannten Melonenlikör für 25$ und Tequila für 45$ die Flasche und den allgegenwertigen Bourbon Cola. Das absolute Must-Have allerdings ist Goon. Goon, so wird hier der absolut billigste Billigwein genannt. Dieser wird in 2 Liter Trinkeuteln als 4 Liter Pack in einem Karton verkauft und kostet dann so zwischen 11 und 14 Dollar. Diese Plörre ist das Standardgetränk in Backpacker- und Studentenkreisen (Wahlweise mischt man das Zeug auch mit Saft, das macht das ganze etwas erträglicher und - schwupps - es heißt nicht mehr Goon, sondern Guice (Goon + Juice). Verrückt!). Es versteht sich, dass wir Thomas so ein Päckchen mitbrachten. Wie der Abend weiterging ersinne man sich selber! Ich verrate so viel: Es war einer dieser typischen Leon gönnt sich mal Abende (Und wie ich mir gegönnt habe. Hihi :3). Wenn ichs mir recht überlege, war ich bei solchen Ereignissen fast immer dabei. Hups.

Spät aufgewacht, auf das Setting geh ich jetzt mal lieber nicht ein, lauwarme Pizza für lau gefrühstückt und erstmal wieder mit 6 Leuten in einem 8m² Zimmer drei Stunden lang gechillt. Vor dem Abschied dann ging es allerdings noch zu dem place in Ballarat schlecht hin. Einem auf einem Berg gelegenen Funkturm, welchen man besteigen konnte um einen seeeeeeeeeeeehhhhhhr weiten Blick über die ganze Yarra Ebene zu erlangen (Ja, es hat sich doch hart gelohnt, mal geflissentlich auf meine Höhenangst zu pfeifen)

Diesen Ausblick genossen wir bei ca. 50km/h Windgeschwindigkeit und versuchten verzweifelt noch ein paar Selfies mit dem Iphone, besitzt hier fast jeder - mann musst du hier wie ein Hinterwäldler wirken, haha-, zu machen. Vermutlich war dies Unterfangen nur für mich verzweifelt, da mein Haar doch noch länger zu sein scheint, als ich dachte. Anschließend ging es mit der Bahn zurück. Wir wurden komisch gemustert, denn wir waren ungeduscht und trugen immernoch die gleichen Klamotten, wie beim Feiern. Ja endlich waren wir Outlaws und endlich hatte ich dieses Backpackergefühl mit nichts losgefahren zu sein, eine hammer Zeit gehabt zu haben ohne viel Geld dabei auszugeben und komplett wasted wieder zurückzukommen.

Wir kommen wieder.
 MAÑANA FOREVER!
Cheers!

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